Alle Artikel vom 26. Mai 2015.

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Ledaig 1972

Whisky

Nach einer erlebnisreichen Reise näherte sich der Zeitpunkt der Heimreise. Mit vollen (und vor allem unsortierten) Koffern gingen wir in Tarbert, Kintyre von Bord der Flying Dutchman und setzten uns in den Überlandbus nach Glasgow. Vor dem Heimflug hatten wir uns eine letzte Nacht in einem herkömmlichen Bett geleistet, und das Hotelzimmer bot genügend Platz, um die zahlreichen Mitbringsel gewichtskompatibel auf alle Gepäckstücke zu verteilen.

Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit, uns Glasgow anzuschauen, aber wir waren erschöpft genug, um uns auf einen Spaziergang durch die City, ein Abendessen im Restaurant und einen Besuch im Pot Still zu beschränken. Letzteres erwies sich als abschließendes Highlight der Reise. In einer urig eingerichteten und mit Whiskyflaschen geradezu tapezierten Kneipe arbeiteten wir uns durch eine Whiskykarte mit mehr als 600 Einträgen. Ich entschied mich für einen Ledaig 1972, Natural Cask Strength and Colour mit 48,5%. Auf dem Etikett waren als Destillationsdatum der 21.12.1972 und als Abfüllungsdatum der 08.09.2004 notiert. Gut möglich also, dass wir die Herkunftsfässer aus 1972 gerade einige Tage zuvor in Tobermory gesehen hatten. Außerdem ist der Whisky Non-chillfiltered und hat sein Finish in Oloroso Sherry Butts bekommen.

Was soll ich sagen: der Dram war teuer, aber es war ein würdiger Abschluss einer außerordentlichen Reise.

Nose: Viel Holzrauch, dazu Noten von Tabakblättern. Der ölige/honigartige Geruch, der sonst so typisch für Ledaig ist, fehlt (fast?) völlig. Später entwickelt der Whisky einen leichten Salzgeruch.

Taste: Hier setzen sich die Noten aus der Nase fort. Bemerkenswert ist, dass der Whisky keine "Altersmilde" spüren lässt. Auch mach 32 Jahren im Fass hat er immer noch Biss und Schärfe.

Finish: Das Finish ist recht lang und warm, vor allem aber fruchtig. Der Rauch fehlt jetzt völlig.

Wertung:

Zur Destillerie gehts hier: Tobermory

Mortlach 21 yrs

Whisky

Im Pot Still in Glasgow begossen wir das Ende einer großartigen Reise, die uns zu den Destillerien von Mull, Jura und Islay führte. Während ich mir dazu einen 1972er Ledaig aussuchte, der den perfekten Deckel auf die unterwegs genossenen Whiskies darstellte, wählte meine Frau einen völlig anderen - aber ebenso interessanten - Weg: mit einem Mortlach 21 yrs aus der Speyside (43%, Gordon & MacPhail) setzte sie einen bewussten Kontrapunkt zum Schwerpunkt der Reise. Ich durfte natürlich kosten konnte mich des Charmes dieses völlig anderen Geschmacks nicht wirklich erwehren. Das hatte was, diese völlig andere Art von Whisky auf der tagelang torfbelegten Zunge zu schmecken. Auch wenn der Mortlach nur bedingt den Weg auf meine Einkaufliste findet, könnte er viel weiter reichende Folgen haben: vielleicht ist ja auch die Region Speyside mal eine Reise wert ...

Nose: leicht fruchtig, Noten von Vanille und Aprikose

Taste: anfangs weich und fruchtig, dann kommt eine überraschende Schärfe

Finish: unspektakulär und weich, erzeugt eine leichte, aber angenehme Wärme

Wertung:

Zur Destillerie gehts hier: Mortlach

Whisky ist ein alkoholisches Getränk. Gehen Sie verantwortungsbewußt damit um. Genießen Sie Qualität in kleinen Mengen. Gefährden Sie nicht Ihre Gesundheit.

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